Geschichte
Geschrieben von Administrator   
Donnerstag, 4. Januar 2007

Jeder Kult hat seinen Anfang

Am 21. September 1952 röhrten zum ersten Mal die Motoren auf der „Heringstopf-Glitsche“, wie die Fahrer die Rennstrecke nannten. Mitten im Kern des Hafens fiel um 14 Uhr der Startschuss für das erste Bremerhavener Fischereihafen-Rennen.

Der damalige Oberbürgermeister Hermann Gullasch sagte: „Ich hoffe, dass damit der Anfang für eine erfolgreiche Veranstaltung gemacht ist.“ Bevor jedoch das erste Zeichen zum Start gegeben wurde, mussten umfangreiche Vorbereitungen zur Sicherheit der Zuschauer und der Fahrer getroffen werden.

Die gesamte Ausführung lag in den Händen des Motorsport-Clubs Unterweser in enger Zusammenarbeit mit der Fischereihafen-Betriebsgesellschaft. In heute kaum mehr vorstellbaren vier Wochen wurde die Veranstaltung organisiert. Über 300 Helfer von Feuerwehr, Polizei, Deutschem Roten Kreuz und Technischem Hilfswerk sorgten für einen reibungslosen Ablauf.
Die Strecke wurde mit rund 1500 Fischkisten abgesperrt, 280 Strohballen dienten zur Kurvenbefestigung.

Schietwetter
Trotz ausgesprochen schlechter Witterung fanden über 7000 Zuschauer bei der Premiere den Weg zur Rennstrecke. Auf Verladerampen, Eisenbahnwagons und allen möglichen und unmöglichen Stellen hatten die Zuschauer Platz gefunden.Der Eintritt betrug „nur“ 1,49 DM, damit wurde die Vergnügungssteuer umgangen. Bemerkenswert erscheint auch, dass die Straßenbahn speziell für das Rennen einen Pendelverkehr eingerichtet hatte.

1,4 Kilometer lang war der Rundkurs, auf der 600 Meter langen Wittlingsstraße konnten die Fahrer den Gashahn ordentlich weit aufdrehen.
64 Teilnehmer schoben ihre Maschinen in den sechs Klassen bei strömendem Regen an den Start. Schon beim ersten Mal waren Sportler aus Kassel, Köln oder Gütersloh nach Bremerhaven angereist. Die Fahrer hatten dabei nicht nur mit dem besonders bei Nässe tückischem Blaubalast-Pflaster zu kämpfen, sondern auch mit Fischteilen, die auf der Straße lagen.

Voller Erfolg
Mit dem Ehepaar Heinrich und Helga Nordmann (Seitenwagen) und Günter Schulte (Klasse 250 ccm) fuhren auch Bremerhavener Teilnehmer als Erste über die Ziellinie.
Schon um 18 Uhr musste die Strecke „klar Schiff“ gemacht werden, damit der Fischbetrieb im Hafen wieder voll anlaufen konnte. Einkommende Fischerei-Fahrzeuge und anzulandender Frischfisch konnten nicht warten.
Gleich das erste Rennen im Fischereihafen wurde ein voller Erfolg.

Bis 1990 gehörte das Rennen fest zum deutschen Motorsport-Kalender, ehe die beliebte Traditionsveranstaltung verschwand, um im Jahr 2000 von der MSG weserland neu belebt zu werden.
Heute ist das Fischereihafen-Rennen das einzige noch verbliebene echte Straßenrennen für Motorräder in Norddeutschland.

Letzte Aktualisierung ( Freitag, 5. Januar 2007 )